Kreativ vor Ort: Richard Agreiter

Match‘ den Künstler des Monats!

Ein Tal, ein Mensch, ein Bildhauer – Richard Agreiter formt kühles Metall voller Lebendigkeit

Steinberg am Achensee. Ein Ort der Ruhe, ein Talabschluss, der in einer steilen Felswand endet, hoch oben in den Tiroler Bergen. Hier lebt der Bildhauer Richard Agreiter, einer der alten Garde, wie er selbst sagt. Wer Bronze gießt, darf das Handwerk nicht scheuen. Das Material liegt schwer in der Hand, auch das Werkzeug, mit dem man es bei rund 1000° schmilzt, verlangt Kraft.

„Die Bronzearbeit braucht Einsatz und Geduld – wie ein Mensch, den man erobern will“, sagt Agreiter und lacht verschmitzt. Dann öffnet er die Türen zu seinem Atelier im „Haus Gana“ und führt durch eine Welt voller Geschichten: Bronzefiguren, Formen und Modelle, die seine lange Künstlerlaufbahn erzählen.

Der bescheidene Künstler erzählt von seinem Leben zwischen Südtirol und Tirol, vom Haus seiner Mutter, das nicht mehr steht, und vom Drang, sein Wissen weiterzugeben. „Ich war immer ich selbst – keine Agentur, keine Galerie, keine Zwischenhändler“, sagt er, während er uns in das letzte Zimmer führt. Rund 15 Modelle einer einzigen Figur, die sich meist nur in kleinen Drehungen unterscheiden, zeigen Bewegung in statischen Momenten. Agreiter sucht nach dem perfekten Moment, in dem nicht nur das Abbild, sondern die Essenz der Figur sichtbar wird.

„Mein Werk muss atmen“, sagt er, der Blick in die Ferne gerichtet. Er plant ein Künstlerhaus am Nachbarsgrund – mit Feuerschale, hohen Wänden und Fenstern, die erst weiter oben sitzen. Dort sollen junge Bildhauer ihr Handwerk ausüben können: „Schmelzen können sie bei mir“. Wir gehen über die Wiese, er zeigt Pläne und Ideen. Nicht nur für die Jungen, auch für seine eigenen Kunstwerke soll das Haus Platz bieten. „Fürs Verstauben in einem Depot habe ich sie nicht gegossen“, grinst er, „zum Anschauen sind sie da“.

Mit seinem geplanten Künstlerhaus möchte Richard Agreiter einen Ort schaffen, an dem junge Bildhauer das alte Handwerk der Bronzekunst gemeinsam fortführen können. Zur Eröffnung sind wir bereits eingeladen und freuen uns darauf!

Text: diekulturblogger

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert